Der Jüterboger Fürstentag von 1611

Bis zum 20. November 2011 schlagen das Jüterboger Museum im Mönchenkloster und das Museum im Kloster Zinna ein weithin unbekanntes Kapitel der Reformationsgeschichte auf. 
In drei Teilen zeigt die Sonderausstellung herausragende Leihgaben aus Jülich, Kassel, Dresden, Berlin, Leipzig, Halle und Bernburg, die den Besucherinnen und Besuchern die ferne Welt der Fürsten um 1600 und die Vorgeschichte des Dreißigjährigen Krieges nahebringen.

Reformation und Politik

Um 1600 glich Mitteleuropa einem Pulverfass. Die Bevölkerung unterschiedlicher Länder und sogar einzelner Städte war tief gespalten. Den Anhängern der katholischen Kirche standen die Parteigänger der Reformatoren Martin Luther und Johannes Calvin (1509-1564) gegenüber.

Streit um eine große Erbschaft

1609 starb im Rheinland der letzte Herzog von Jülich-Cleve-Berg, ohne Kinder zu hinterlassen. Die Erben kämpften nicht nur um den Reichtum des Landes, sondern auch um Kirchenpolitik. In den Krieg um Jülich waren bald kaiserlich-katholische Kräfte aus Österreich und Spanien verwickelt, gegen die eine Allianz aus evangelischen deutschen Fürsten, Niederländern, Franzosen und Engländern ins Feld zog.
Europa stand am Rande eines großen Krieges, als im Februar 1611 die Verhandlungen in Jüterbog begannen.

Belagerung von Jülich
Die Belagerung von Jülich im Sommer 1610 durch eine anti-habsburgische Allianz aus brandenburgischen, pfalz-neuburgischen, niederländischen, französischen und englischen Truppen erregte in ganz Europa Aufsehen (Abb. Merian 1674).


› Teil I der Sonderausstellung

Mit den politischen Hintergründen des Fürstentages beschäftigt sich das Museum im Mönchenkloster Jüterbog unter dem Titel "Im Netz der Mächte. Diplomatie und Intrigen".

› Teil II der Sonderausstellung

"Solch ein Gewimmel..." Zu Gast beim Fürstentag" im Kellergeschoss des Museums Jüterbog erzählt Geschichten rund um die Ess- und Trinkkultur, Ernährung und Gastronomie während des Jüterboger Fürstentages von 1611.

› Teil III der Sonderausstellung

Das Museum Kloster Zinna zeigt "Die Welt der Füsten um 1600. Reisen – Räume – Orte".

Trinkgefäß in Form eines Steinbocks
In Zinna zu bewundern: Aus dem Besitz des Landgrafen Moritz von Hessen, der den Fürstentag von Jüterbog anregte, stammt dieses Trinkgefäß in Form eines springenden Steinbocks. Es besteht aus vergoldetem Silber und kam aus Kassel nach Zinna (Foto: Staatliche Museen Kassel).